Wer eine Reinigungsanlage für die Leiterplattenfertigung bestellt, plant selten nur die Maschine: Es fehlen die neun Anschlusswerte, die das Facility-Team vorher braucht – Strom, Leistung, Fläche, Gewicht, Druckluft, Wasser, Wasserqualität, Geräuschpegel, Abluft. Wir haben 17 Spezifikationstabellen ausgewertet; die Verteilung ist ungleich: Aufstellfläche steht in 17 von 17, Wasserqualität in 2.

Automatisierte Reinigungslinie für Leiterplatten zwischen zwei Fertigungsbereichen
Die Aufstellfläche ist der einzige Anschlusswert, den jedes Datenblatt nennt – und der einzige, den man nachträglich nicht mehr verschieben kann.

Die Tabelle, auf der dieser Beitrag beruht, stammt nicht aus einer Umfrage, sondern aus den technischen Spezifikationstabellen der eigenen Produktseiten, abgerufen am 22. Oktober 2026. Neun semantische Gruppen wurden je Produktseite daraufhin geprüft, ob ein Feld der Gruppe in der Tabelle steht oder nicht. Das Ergebnis ist ein Muster und kein Zufall: Je näher eine Größe an der Konstruktion liegt, desto häufiger wird sie genannt; je stärker sie von der Anlage am Standort des Kunden abhängt, desto seltener. Genau diese zweite Hälfte entscheidet über den Aufwand beim Aufbau.

Die wichtigsten Erkenntnisse

Neun Anschlussgrößen: was die Spezifikationstabellen liefern und was fehlt

Methode und Reichweite: Ausgewertet wurden die technischen Spezifikationstabellen von 22 Produktseiten, von denen 17 eine Tabelle mit mindestens fünf Zeilen führen. Die Felder wurden in neun semantische Gruppen zusammengefasst; gezählt wurde je Seite, ob mindestens ein Feld der Gruppe in der Tabelle steht – beim Abluftquerschnitt als Exhaust Port oder Exhaust Duct erfasst, beides bezeichnet denselben Anschlusswert. Fünf Seiten – Verbrauchsmaterial, FFU, Plasma, zwei Entstaubungsseiten – führen weniger als fünf Zeilen und wurden aus dem Nenner genommen, weil sie strukturell keine Anlagenwerte enthalten. Feldnamen stehen in der Tabelle auf Englisch, weil die Spezifikationen auf den Produktseiten auf Englisch geführt werden.

Die Aufstellfläche, also die für Maschine plus Bedien- und Wartungszugang benötigte Bodenfläche, ist die einzige Gruppe mit vollständiger Abdeckung. Das hat einen einfachen Grund: Sie wird bei der Konstruktion festgelegt und ändert sich danach nicht mehr. Anders die Wasserqualität. Sie hängt davon ab, welche Leitfähigkeit das örtliche VE-Wasser (vollentsalztes Wasser) tatsächlich erreicht, und wird deshalb häufig erst im Angebot oder in der Inbetriebnahme geklärt – ein Wert, der nirgends in der Tabelle steht, aber über die Standzeit der Spülstufe entscheidet.

AnschlussgrößeSeiten mit Angabe (von 17)Beispielwert aus der Tabelle
Aufstellfläche17 (100 %)CQ-C9610: L 6560 × B 1760 × H 1660 mm
Gewicht15 (88,2 %)CQ-C743: ca. 600 kg
Stromanschluss14 (82,4 %)CQ-C756: 380 V / 50 Hz, dreiphasig, fünfadrig
Gesamtleistung13 (76,5 %)CQ-C743: ca. 28 kW
Druckluft11 (64,7 %)CQ-C743: 0,45–0,7 MPa
Wasserversorgung6 (35,3 %)CQ-C9610: VE-Wasser 1,0 m³/h
Geräuschpegel4 (23,5 %)CQ-C743: unter 70 dB
Abluft / Entlüftung5 (29,4 %)CQ-C770: Austritt 120 × H 40 mm
Wasserqualität2 (11,8 %)CQ-C9610: VE-Wasser über 15 MΩ

Quelle: Auswertung der technischen Spezifikationstabellen von 17 CHUANGQI-Produktseiten, Stand 22. Oktober 2026. Abweichende Größen bei einzelnen Modellen auf Anfrage.

Die Verteilung hat eine zweite Auffälligkeit: Keine der 17 Tabellen deckt alle neun Gruppen ab. Der vollständigste Eintrag ist die CQ-C743 mit acht Gruppen, gefolgt von vier Seiten mit sieben Gruppen. Acht Seiten liegen bei vier Gruppen. Wer nur nach dem Datenblatt plant, plant also in der Regel auf vier bis fünf Werten und ergänzt den Rest später – meist nach der Bestellung, wenn die Leitungen schon liegen.

Über alle 17 Tabellen und neun Gruppen gerechnet sind 87 von 153 Feldern belegt, also 56,9 %.

Die fünf Faktoren, die den Aufwand am stärksten verschieben:

Stromanschluss: Einphasige Kleinanlagen laufen an 220 V, PCBA-Waschanlagen und Schablonenreiniger mit Heizung an 380 V dreiphasig. → Wer ein 220-V-Gerät einplant und dann eine Maschine mit 30 kW Leistungsaufnahme an 380 V bekommt, braucht einen neuen Verteiler statt einer Steckdose.

Druckluft: Angegeben werden 0,4–0,6 MPa bei Düsen- und Vorrichtungsreinigern, 0,45–0,7 MPa bei der Offline-PCBA-Anlage und 0,5–0,8 MPa bei Schablonenreinigern. Vier Größen verschieben diesen Bereich: Anlagentyp, Reinigungsprinzip (pneumatisch oder elektrisch angetrieben), Länge der Zuleitung bis zur Anlage und der Durchfluss, den die Anlage in der Minute zieht. → Ein Kompressor, der für eine Stencil-Anlage ausgelegt ist, liegt am unteren Rand, sobald zwei Verbraucher gleichzeitig ziehen.

Wasserversorgung: Nur sechs Tabellen nennen einen Zahlenwert, und sie unterscheiden sich in der Einheit: 1,0 m³/h Zufluss bei der CQ-C9610, 0,5 m³/h bei der CQ-C743, 0,1–0,3 MPa Versorgungsdruck bei der CQ-C756, 0,2–0,3 MPa bei den Schablonenreinigern. → Wer mit einer Druckangabe rechnet und eine Durchflussangabe bekommt, dimensioniert den Zulauf falsch.

Abluftquerschnitt: Fünf Tabellen nennen einen Austritt – 120 × H 40 mm, W 124 × H 30 mm, ein Rundstutzen ⌀ 125 mm bei 25 mm Höhe oder ein Kanalanschluss von 125 mm. → Ein Abluftkanal wird vor dem Einbau der Anlage in die Decke gelegt; die Rechteck- und Rundmaße sind nicht austauschbar, ohne den Kanal umzubauen.

Geräuschpegel: Der Wert liegt zwischen unter 50 dB bei den Kammermaschinen und unter 70 dB bei den PCBA-Waschanlagen. → In derselben Halle kann das den Unterschied machen, ob eine Anlage wandnah aufgestellt werden darf. Der Wert erscheint in vier von 17 Tabellen, und er verschiebt sich mit der Bauart: offene Kammer, geschlossene Haube, Trocknungsstufe mit Gebläse, Abstand zur reflektierenden Wand.

Wer die Anschlussliste vor der Anfrage durchgeht, spart eine Runde. Welche Anlagen welche Anschlusswerte verlangen, steht auf den einzelnen Produktseiten – eine Übersicht nach Bauart gibt die Produktübersicht. Wie die Spülzonen einer Inline-Anlage ausgelegt werden, hängt an denselben Größen und ist unter Spritzreinigung auslegen im Detail beschrieben; wer den Durchsatz kennt, kann mit der Taktzeitberechnung prüfen, ob eine Anlage in die geplante Schicht passt.

Fünf Fragen, die sich vor der Bestellung beantworten lassen und danach nur noch mit Umbau:

Vorteile und Nachteile: Datenblatt gegen Anschlussliste

Beide Wege haben einen Nutzen und einen Preis – auch der Weg, den wir selbst empfehlen, und auch unser eigenes Datenblatt.

Datenblatt als PlanungsgrundlageAnschlussliste aus der Anfrage
Vorteil: Sofort verfügbar, keine Rückfrage nötig.Vorteil: Enthält auch die Werte, die im Datenblatt fehlen.
Vorteil: Einheitliche Feldnamen, gut vergleichbar.Vorteil: Auf die konkrete Konfiguration bezogen, nicht auf die Baureihe.
Nachteil: Wasserqualität fehlt in 15 von 17 Tabellen.Nachteil: Kostet einen Termin mit dem Facility-Team.
Nachteil: Nennt die Baureihe, nicht Ihre Bestellung.Nachteil: Werte gelten nur für die angefragte Konfiguration.

Quelle: Abgleich der 17 Spezifikationstabellen mit den Anschlusswerten, Stand 22. Oktober 2026. Die Beispielwerte gelten für die jeweilige Baureihe, nicht für jede bestellte Konfiguration.

Die eigene Schwachstelle gehört in denselben Vergleich: In unseren 17 Tabellen stehen Wasserqualität in zwei Fällen und der Abluftquerschnitt in fünf. Das ist kein Versehen, sondern eine Folge davon, dass diese Werte von der Wasserinstallation und der Hallenentlüftung beim Kunden abhängen. Es bleibt trotzdem eine Lücke, die der Kunde schließen muss – und der Grund, warum es die Anschlussliste als eigenes Dokument gibt.

Ob sich eine Nachrüstung lohnt, lässt sich mit den Tabellenwerten grob abschätzen. Die Leistungsaufnahme reicht von 200 W bei der Düsenreinigung über 0,9 kW bei der Bürstmaschine bis 28 kW bei der Offline-PCBA-Anlage und etwa 130 kW bei der Inline-Anlage; das Gewicht von 40 kg bis rund 2,6 t. Eine Anlage von 2,6 t braucht eine andere Bodenplatte und ein anderes Transportmittel als eine von 40 kg. Ob sich das rechnet, hängt an vier Größen: Abstand zum nächsten Stromabgang, vorhandene Druckluftkapazität, Weg für ein VE-Wasser-Rohr und Platz für einen Abluftkanal.

Nicht geeignet für: drei Fälle, in denen die Aufstellplanung anders läuft

Diese Anschlusslogik passt nicht auf jede Maschine im Programm. Drei Konstellationen laufen anders:

Pneumatisch angetriebene Reiniger. Wo kein Strom in die Nasszone geführt werden soll, treibt Druckluft die Bewegung an – dann verschiebt sich der Planungsschwerpunkt vollständig zur Druckluft: Luftmenge, Entfeuchtung und der Platz für den Kompressor bestimmen die Aufstellung, nicht der Stromverteiler.

Trockeneis- und Entstaubungsgeräte. Sie brauchen kein Wasser und keinen Abwasseranschluss, dafür Abluftführung und – bei den Strahlgeräten – Luftmengen im Bereich von 0,5–4,0 m³/min. Wer für sie eine Wasserinstallation plant, dimensioniert zu groß.

Kompakte Tisch- und Kleinanlagen. Wo eine Anlage ab etwa 40 kg in eine bestehende Zelle gestellt wird, ersetzt oft eine Standardsteckdose den neuen Abgang. Die Aufstellfläche bleibt trotzdem planungsrelevant, weil sie den Wartungszugang einschließt.

Zu diesen neun Anschlussgrößen gehören je nach Anlagentyp sehr unterschiedliche Bauteile – die Liste ist bewusst konkret, weil sie bestimmt, was das Facility-Team abfragen muss:

Anschluss einer Wasserleitung an ein Ventil in einer Produktionshalle
Der Wasseranschluss ist der Punkt, an dem sich Nachrüstkosten am schnellsten summieren: Rohrleitungsweg, Druckstufe und Wasserqualität müssen vor dem Gießen der Bodenplatte stimmen.

Wenn Sie Ihre Anschlussliste gegen die gewählte Konfiguration prüfen wollen, senden Sie sie über das Kontaktformular. Halten Sie Modell, VE-Wasser-Messwert und den vorhandenen Abluftquerschnitt bereit – damit lässt sich die Auslegung vorab prüfen, statt sie über Versuche einzukreisen.

Bedienpanel einer Reinigungsanlage mit Anzeige der Prozesswerte
Am Bedienpanel werden die Anschlusswerte prüfbar: Druck, Temperatur und Zykluszeit stehen dort als Messwert – und lassen sich mit der Anschlussliste abgleichen.

Häufige Fragen zur Aufstellplanung

Welche Anschlusswerte brauche ich vor der Bestellung von meiner Facility-Abteilung?

Neun Größen genügen für die erste Runde: Stromanschluss, Gesamtleistung, Aufstellfläche, Gewicht, Druckluft, Wasserversorgung, Wasserqualität, Geräuschpegel und Abluftquerschnitt. Zu jeder Größe gehört ein Wert mit Einheit und Bezugspunkt. Fehlt eine, liegt sie erfahrungsgemäß beim Anbieter – in unseren 17 Tabellen betrifft das vor allem Wasserqualität (2 von 17) und den Abluftquerschnitt (5 von 17).

Reicht die Aufstellfläche aus dem Datenblatt für die Layoutplanung?

Für die Grundfläche ja, für das Layout selten. Die Tabellen nennen die Maschinenmaße, in der Regel Länge, Breite und Höhe, aber nicht den Bedien- und Wartungszugang. Wer Türöffnungen, Kabeltrassen und Wartungswege mit einplant, kommt ohne Zuschlag nicht aus. Die Aufstellfläche ist außerdem der einzige Wert, der in allen 17 ausgewerteten Tabellen steht – die übrigen acht fehlen in einem Teil davon.

Warum nennen manche Datenblätter keine Wasserqualität?

Weil der Wert nicht zur Maschine gehört, sondern zur Wasserinstallation beim Kunden. Angegeben werden kann ein Zielbereich für die Leitfähigkeit des VE-Wassers; erreicht wird er an der Anlage. Deshalb steht die Angabe in 2 von 17 Tabellen, meist als Mindestwiderstand. Aussagekräftig wird der Wert erst zusammen mit der Messung am Standort.

Was kostet es, Anschlüsse nachträglich zu ändern?

Dazu nennen wir keine Zahl, weil sie vom Gebäude abhängt und nicht von der Anlage: Ein neuer Stromabgang, ein zusätzlicher Kompressor, ein Rohrleitungsweg durch eine Wand oder ein größerer Abluftkanal werden vom jeweiligen Gewerk abgerechnet. Planbar ist nur die Reihenfolge – Anschlusswerte vor der Bestellung klären, dann Bodenplatte, Kabeltrasse und Rohrleitungen, dann die Anlage. Wer erst nach der Lieferung vergleicht, zahlt den Umbau zusätzlich.

Über die Autorin

Anne ist Anwendungstechnikerin bei CHUANGQI. Sie betreut EMS- und OEM-Fertiger bei Reinigungsfragen: Analyse von Flussmittel- und Rückstandsbefunden, Auslegung der passenden Anlagenkonfiguration (Inline oder Kammer, Schablone, Düse oder Trockeneis) sowie Begleitung von Ferninbetriebnahme, Abnahmeprüfung und Prozessdokumentation.

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