Bleibt unter dem Schirmblech Feuchtigkeit stehen oder sitzt der Rückstand auch nach dem Trocknen noch zwischen den Bauteilen, liegt es selten am Reinigungsmittel – meist an der Auslegung. Sechs Auslegungsgrößen entscheiden über das Ergebnis der Spritzreinigung, und wer sie kennt, bekommt ein Angebot statt einer Schätzung.
Grundlage dieses Beitrags sind die Werksdatenblätter der CHUANGQI-Reinigungsanlagen und die Ausgangsprüfung jedes Geräts; Teil dieser Prüfung ist ein Dauerlauf von 72 Stunden. Alle genannten Werte stammen aus diesen Unterlagen und beschreiben die Anlage – nicht Ihre Baugruppe. Wie die Spritzreinigung grundsätzlich funktioniert, steht im Beitrag Ultraschallreinigung oder Sprühreinigung für PCBA.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Sechs Auslegungsgrößen bestimmen das Ergebnis der Spritzreinigung – vom Düsenbild bis zur Trocknung.
- Der Sprühdruck liegt bei 30–40 psi; er hängt von Bestückung, Spaltmaß und Flussmittel ab.
- Eine dreistufige Filtration mit 10, 5 und 1 µm trennt groben Abtrag von Feinstpartikeln.
- Ohne Auslegungsdaten bleibt jede Anfrage bei einem Richtpreis stehen.
- Für Baugruppen mit offenen Kavitäten ist die nasse Reinigung nicht die erste Wahl.
Was die Auslegung einer Spritzreinigung klärt – und was nicht
Für diesen Beitrag ausgewertet wurden die technischen Parameter mehrerer Anlagentypen – Kammeranlagen, Durchlaufanlagen und Sonderreiniger – sowie die Protokolle der Ausgangsprüfung. Der Beitrag ordnet diese Größen nach ihrer Wirkung auf das Reinigungsergebnis. Preise, Lieferzeiten und Zertifikate bleiben bewusst außen vor; sie sagen nichts darüber, ob eine Anlage Ihre Baugruppe sauber bekommt.
Zwei Fehlannahmen kosten in der Praxis am meisten Zeit. Die erste: Ein höherer Sprühdruck löst jeden Rückstand. Tatsächlich entscheidet der Druck nur, ob die Flüssigkeit in einen Spalt eindringt; was sie dort löst, hängt vom Medium und von der Temperatur ab. Die zweite: Mehr Reinigungsmittel ersetzt fehlende Filtration. Gelöster Rückstand bleibt im Kreislauf, wenn ihn kein Filter abtrennt, und setzt sich auf der nächsten Baugruppe wieder ab.
Sechs Auslegungsgrößen und was sie steuern
Jede der folgenden Größen lässt sich vor der Bestellung festlegen und später am Gerät nachprüfen. Zusammen beschreiben sie, wie vollständig eine Anlage arbeitet.
Düsenbild und Abstand: Die Düsen bestimmen, welche Flächen überhaupt Flüssigkeit sehen. Stehen sie zu weit auseinander oder sprühen nur von einer Seite, bleiben unter Schirmblechen und zwischen hohen Bauteilen Schattenzonen – dort löst sich kein Rückstand, gleichgültig wie lange die Anlage läuft.
Sprühdruck: Der Druck entscheidet, ob die Flüssigkeit in enge Spalte eindringt. Im Datenblatt der Kammeranlage CQ-C743 sind 30–40 psi angegeben. Dieser Wert hängt von Bestückungshöhe, Spaltmaß, Standzeit des Rückstands und Flussmitteltyp ab; bei dicht bestückten Baugruppen liegt der wirksame Druck im Spalt unter dem eingestellten Wert.
Nutzengröße und Mediumführung: Der Nutzen legt fest, wie viele Baugruppen pro Charge Platz haben. Beim Modell CQ-C743 misst der Nutzen 810 × 560 × 100 mm; der Korb ist zweietagig. Die Durchlaufanlage CQ-C9610 nimmt Werkstücke bis 580 × 450 × 80 mm auf. Wie viele Nutzen pro Charge hineinpassen, hängt von Format, Bestückungshöhe und Nutzenlayout ab. Ohne Bewegung des Nutzens bleibt die der Düse abgewandte Seite trocken.
Filtrationskette: Filter trennen abgelösten Rückstand aus dem Kreislauf, bevor er sich erneut absetzt. Das Datenblatt der Kammeranlage CQ-C743 nennt 0,45 µm als Filterfeinheit. In der Baureihe ist zusätzlich eine dreistufige Kette mit 10, 5 und 1 µm dokumentiert (Rakelreiniger CQ-C770). Wie fein die Kette ausfallen muss, hängt vom Rückstandstyp, von der Partikelgröße und von der Spülführung ab. Fehlt eine Stufe, trägt die Anlage den gelösten Abtrag nur noch im Kreislauf, statt ihn auszuschleusen.
Badtemperatur und Medium: Die Temperatur bestimmt, wie schnell das Flussmittel in Lösung geht. Bleibt sie zu niedrig, liegt wasserlösliches Flussmittel nur teilgelöst vor; wird sie zu hoch, fallen Tenside früher aus und die Standzeit des Bades sinkt. Der passende Bereich hängt vom Medium, vom Flussmitteltyp und von der Bauteilbelastung ab und gehört ins Datenblatt – nicht in eine Faustregel.
Spülwasser und Trocknung: Nach dem Waschen entscheidet das Spülwasser, was zurückbleibt. Die beiden PCBA-Anlagen CQ-C743 und CQ-C9610 arbeiten mit vollentsalztem Wasser und einem spezifischen Widerstand von 15 MΩ·cm; wie hoch der Zielwert liegt, richtet sich nach der Restverunreinigung, die Ihre Abnahme zulässt. Die Kammeranlage CQ-C743 trocknet bis 99 °C. Diese Trocknungstemperatur ist ein Maximum – gefahren wird, was Bestückungshöhe, Hohlräume und die Empfindlichkeit der Bauteile zulassen. Reicht der Spülschritt nicht, bleiben Salzreste als helle Flecken – sichtbar erst nach dem Trocknen. Was vollentsalztes Wasser leisten muss, steht im Beitrag VE-Wasser in der Leiterplattenreinigung.
| Auslegungsgröße | Was sie steuert | Wert aus den CHUANGQI-Datenblättern |
|---|---|---|
| Düsenbild und Abstand | Flächenabdeckung, Schattenzonen | je Kammer- oder Durchlaufkonzept |
| Sprühdruck | Eindringen in enge Spalte | 30–40 psi (CQ-C743) |
| Nutzengröße und Mediumführung | Baugruppen pro Charge, allseitige Benetzung | 810 × 560 × 100 mm, zweietagig (CQ-C743); Werkstück bis 580 × 450 × 80 mm (CQ-C9610) |
| Filtrationskette | Badstandzeit, Wiederverschmutzung | 0,45 µm (CQ-C743); dreistufig mit 10, 5 und 1 µm (CQ-C770) |
| Badtemperatur und Medium | Lösegeschwindigkeit, Standzeit des Bades | medium- und flussmittelabhängig (Datenblatt) |
| Spülwasser und Trocknung | Salzreste, Wasserflecken | vollentsalztes Wasser, spezifischer Widerstand 15 MΩ·cm; Trocknung bis 99 °C (CQ-C743) |
Quelle: CHUANGQI-Anlagendatenblätter und Ausgangsprüfung, 2026-10.
Vorteile und Grenzen der nassen Spritzreinigung
Kammeranlage und Durchlaufanlage unterliegen denselben sechs Auslegungsgrößen, unterscheiden sich aber darin, wann sie wirtschaftlich arbeiten. Beide bringen Stärken und Grenzen mit, die vor der Auswahl geklärt werden müssen.
| Kammeranlage (Chargenbetrieb) | Durchlaufanlage (Inline) | |
|---|---|---|
| Vorteile | Kompakte Stellfläche – das Aufstellmaß der CQ-C743 beträgt 1400 × 1100 × 1830 mm; reinigt gemischte Baugruppen und Sondernutzen in einer Charge; Wasch-, Spül- und Trockenschritt laufen in einer Kammer ab. | Gleichbleibender Takt ohne Zwischenlager – die Bandgeschwindigkeit der CQ-C9610 reicht bis 1500 mm/min; die Baugruppe durchläuft die Linie in einem Durchlauf. |
| Grenzen | Der Durchsatz ist an die Chargenzeit gebunden; große Stückzahlen erfordern Taktbetrieb oder mehrere Einheiten. | Höhere Investition und mehr Stellfläche als eine Kammeranlage; der Bandtakt gibt den Takt der nachfolgenden Linie vor, und eine Störung hält die Kette an. |
| Besonders geeignet für | Kleinserien, hochgemischte Fertigung, Baugruppen mit Sondernutzen. | Serienfertigung mit stabilem Mengengerüst und gleichbleibender Bauteilhöhe. |
| Nicht geeignet für | Baugruppen mit offenen Kavitäten, wenn die Trocknung der Charge zu lange dauern würde. | Baugruppen mit offenen Kavitäten, unverkapselten Sensoren oder tiefen Hohlräumen ohne Entlüftung, in denen das Spülwasser nicht entweicht. |
Nicht geeignet ist die nasse Spritzreinigung für Baugruppen mit offenen Sensorkavitäten, unverkapselten Bauteilen und tiefen Hohlräumen ohne Entlüftung, in denen das Spülwasser während der Trocknung nicht entweicht. Für solche Bauteile prüfen wir vorab, ob ein Trockenverfahren oder eine Kombination beider Verfahren passt – das lässt sich am konkreten Bauteil entscheiden, nicht am Datenblatt.
Was vor der Anfrage feststehen sollte
Vier Fragen entscheiden über die Auslegung, und keine davon lässt sich später ohne Zusatzaufwand nachholen:
- Transportiert Ihr Medium den gelösten Rückstand ab – oder setzt er sich auf der zweiten Seite wieder ab?
- Legt sich nach dem Spülen erneut Rückstand ab, während das Wasser abtrocknet?
- Ist der Widerstand des Spülwassers auf das feinste Raster abgestimmt, das Sie bestücken?
- Bleibt unter Schirmblechen und Steckverbindern Feuchtigkeit stehen?
Für eine belastbare Auslegung genügen anschließend wenige Angaben: Bauteilgröße und maximale Bauteilhöhe, Art des Rückstands, Zielmenge pro Stunde und die Prüfvorgabe, gegen die Sie abnehmen. Über das Angebotsformular für die PCBA-Reinigung legen wir die Anlage nach diesen Daten aus; Sie erhalten Ihr Angebot innerhalb von 24 Stunden. Einen Überblick über die Baureihen gibt Reinigungsanlagen für die Elektronikfertigung.
Häufige Fragen
Welche Angaben braucht ein Angebot für eine Spritzreinigungsanlage?
Vier Angaben genügen für den ersten Schritt: Bauteilgröße mit maximaler Höhe, Art des Rückstands (wasserlöslich, no-clean, harzhaltig), Zielmenge pro Stunde und die Prüfvorgabe, gegen die Sie die Sauberkeit abnehmen. Aus diesen vier Werten leiten wir Nutzengröße, Sprühdruck und Takt ab.
Wie berechne ich die Taktzeit einer Spritzreinigungsanlage?
Bei einer Kammeranlage setzt sich die Taktzeit aus Beladen, Wasch-, Spül- und Trockenzyklus sowie Entladen zusammen. Bei einer Durchlaufanlage ergibt sie sich aus Bandgeschwindigkeit und Bauteillänge; beim Modell CQ-C9610 liegt die Bandgeschwindigkeit bei 0–1500 mm/min. Die wirksame Taktzeit hängt zusätzlich von Beladung und Bestückungsdichte ab, deshalb weist das Datenblatt eine Bandbreite aus, keinen festen Wert. Zur Einordnung: In der Schablonen-Baureihe dauert jeder Wasch-, Spül- und Trockenschritt der CQ-C740 2–8 Minuten.
Warum wird die Reinigung nach einigen Wochen schlechter?
Meist ist nicht die Anlage das Problem, sondern der Kreislauf: Steigt die Partikelfracht im Bad, setzt sich gelöster Abtrag erneut ab, und die Leitfähigkeit des Spülwassers verändert sich. Prüfen Sie zuerst die Filtrationsstufen und den Badwechsel, danach die Düseneinstellung – nicht sofort den Sprühdruck.
Wie fein muss die Spülwasser-Filtration sein?
In der Baureihe ist eine dreistufige Kette mit 10, 5 und 1 µm dokumentiert; jede Stufe fängt eine andere Korngröße ab. Grobe Partikel und Etikettenreste bleiben in der ersten Stufe, Feinstpartikel in der dritten. Das Spülwasser hat eine eigene Filterstufe, weil es unmittelbar vor der Trocknung wirkt: Was es aufnimmt, soll nicht in den Kreislauf zurück.
Reicht eine Kammeranlage oder brauche ich eine Durchlaufanlage?
Entscheidend ist der Mengenfluss, nicht die Stückzahl. Bleibt die Nachfrage unter der Chargenkapazität und wechseln die Baugruppen häufig, reicht eine Kammeranlage. Läuft die Linie mit gleichbleibendem Takt und fester Bauteilhöhe, verkürzt eine Durchlaufanlage den Puffer zwischen Reinigung und Weiterverarbeitung.