Wer eine Kammeranlage für Baugruppen betreibt, kennt das Bild: Rückstände in den Sacklöchern. Diskutiert wird dann über die Chemie – häufiger ist der Spritzdruck die Ursache. Ein Wartungsplan, der sieben Prüfgrößen an die Datenblattwerte bindet, zeigt die Abweichung, bevor sie als Ausschuss auffällt.

Hand an einer Kugelhahn-Verschraubung der Wasserführung einer Reinigungsanlage
Der Nassbereich entscheidet über das Reinigungsergebnis – und genau dort liegen die sieben Prüfgrößen, die ein Wartungsplan abfragt.

CHUANGQI prüft vor der Auslieferung die Wasserdichtheit, den kalibrierten Spritzdruck und die gleichmäßige Temperaturverteilung beim Trocknen; zusätzlich läuft jede Anlage 72 Stunden im Dauerbetrieb, und die ionische Reinheit (Ionenrückstände) wird mit einem Testboard nachgewiesen. Dieselben Größen stehen im Wartungsplan auf dem Prüfblatt. Die Sollwerte stammen aus den Datenblättern der Kammeranlage CQ-C743 und der Inline-Anlage CQ-C9610.

Die wichtigsten Erkenntnisse

Sieben Prüfgrößen strukturieren den Wartungsplan – vom Spritzdruck bis zur Druckluft

Methode und Reichweite: Grundlage sind die technischen Datenblätter der Kammeranlage CQ-C743 und der Inline-Anlage CQ-C9610 sowie die Prüfschritte der Endkontrolle. Eine über Betriebsstunden erhobene Messreihe liegt nicht vor. Die Werte sind Sollgrößen aus dem Datenblatt, keine Erfahrungswerte aus dem Feld.

Die Tabelle ordnet jeder Prüfgröße den Datenblattwert, das Prüfmittel und das Signal zu, das auf eine Abweichung hinweist. Ein vollständiger Prüfdurchgang umfasst zwölf Komponenten: Düsen, Filterpatronen, Schnellkupplungen, Dichtungen, Förderband, Korbauflagen, Temperaturfühler, Durchflussmesser, Dosierpumpe, Niveauschalter, Trocknungsgebläse und Spülbadbehälter.

PrüfgrößeDatenblattwertPrüfmittelAbweichungssignal
Spritzdruck30–40 psi (CQ-C743)Manometer an der Druckleitung, Ablesung im WaschgangRückstände bleiben in Bohrungen und unter Bauteilen
Filter Chemierückgewinnung / VE-Ablauf0,45 µm (CQ-C743)Sichtprüfung der Patrone, Druckdifferenz vor und nach dem FilterDruckdifferenz steigt, Volumenstrom sinkt mit steigender Chargenzahl
VE-Wasser-Widerstandüber 15 MΩ (CQ-C743, CQ-C9610)Widerstands- oder Leitfähigkeitsmessung am ZuflussWasserflecken und Salzfilm auf der Oberfläche
Trocknungstemperaturbis 99 °C (CQ-C743)Fühler in der Trocknungszone, Verteilung an mehreren PunktenRestfeuchte in Sacklöchern, Flecken am Bauteilrand
Reinigungsmittel-Dosierung1,0–2,5 L/h (CQ-C9610)Verbrauchszähler, Bilanz über eine SchichtRückstandsfilm, Schaum oder Geruchsbildung im Bad
VE-Wasser-Volumenstrom10–16 L/min, Zufluss 1,0 m³/h (CQ-C9610)Durchflussmesser in der SpülleitungLeitfähigkeit steigt im Bad, Schlieren beim Trocknen
Druckluftversorgung0,45–0,7 MPa (CQ-C743)Manometer am Druckluftanschluss, Ablesung im BetriebVentile schalten träge, Spritzbild bricht innerhalb einer Charge zusammen

Quelle: CHUANGQI-Datenblätter CQ-C743 und CQ-C9610, Stand 20. Oktober 2026.

Spritzdruck: Der Arbeitsbereich der CQ-C743 liegt bei 30 bis 40 psi. Dieser Wert hängt ab von der Beladung der Filterpatrone, der Viskosität des Reinigungsmediums und der Förderleistung der Pumpe; Düsenverschleiß verändert dagegen vor allem das Spritzbild. Ein Manometer an der Druckleitung zeigt, ob die Anlage diesen Bereich im Waschgang noch einhält – eine Ablesung bei stehender Pumpe genügt dafür nicht.

Filter: Zwei Patronen mit 0,45 µm sitzen in der CQ-C743, eine in der Chemierückgewinnung, eine im VE-Ablauf. Die Druckdifferenz steigt, sobald sich Partikel ansammeln; gleichzeitig sinkt der Volumenstrom. Wer nur den Druck am Manometer beobachtet, erkennt die Beladung erst, wenn der Strahl bereits schwächer wird.

VE-Wasser: Der Widerstand von über 15 MΩ gilt für den Zufluss (er zeigt, wie frei das Wasser von gelösten Ionen ist). Dieser Wert hängt ab von der Beschaffenheit des Zulaufs, dem Erschöpfungsgrad des Ionenaustauschers, der Menge an Spülwasser je Charge und der Salzfracht, die je Spülgang eingetragen wird. Im Spülbad liegt der Wert niedriger als am Zufluss; ein Badwert von 15 MΩ ist nicht zu erwarten.

Trocknung: Die CQ-C743 trocknet bei bis zu 99 °C. Die Oberflächentemperatur hängt ab von der Gebläseleistung, der Beladungsdichte im Korb, der Werkstückhöhe und der Feuchte, die aus der Spülzone mitkommt. Gemessen wird an der Bauteiloberfläche, nicht an der Zuluft – die Lufttemperatur allein sagt wenig über die Restfeuchte in einem Sackloch.

Dosierung: Die CQ-C9610 dosiert 1,0 bis 2,5 L/h. Dieser Wert hängt ab von der Verschmutzungsfracht, der Badgröße, der Programmdauer und dem Wirkstoffgehalt des Konzentrats. Über eine Schicht von acht Stunden ergibt die Spanne 8 bis 20 Liter – ein Rechenwert aus dem Datenblatt, der sich mit dem Füllstand des Gebindes abgleichen lässt.

Ingenieur liest Messwerte am Bedienpanel einer Reinigungsanlage ab
Druck, Temperatur und Volumenstrom werden am Panel abgelesen – dieselben Werte, die im Wartungsplan als Sollgröße stehen.

Was die Werte verschiebt: fünf Faktoren im Nassbereich

Düsenverschleiß: Die Bohrung weitet sich mit der Betriebszeit, der Strahl wird breiter und dringt weniger tief in Bohrungen ein. Der Druck am Manometer bleibt dabei im Soll – das Spritzbild auf Pappe zeigt den Unterschied früher als jede Anzeige.

Filterbeladung: Die Patrone hält Lötpastetropfen, Kolophonium und Flussmittelrückstände zurück. Mit steigender Beladung wächst der Druck vor dem Filter, gleichzeitig sinkt der Volumenstrom, und die Spülstufe spült weniger Rückstände aus. Ein Wechsel nach Druckdifferenz greift früher als ein Wechsel nach Kalender.

Wasserqualität am Zufluss: Ein erschöpfter Ionenaustauscher liefert Wasser mit höherer Leitfähigkeit. Die gelösten Ionen bleiben nach dem Trocknen als Film zurück und zeigen sich als Flecken am Rand und in Bohrungen. Der Zuflusswert ist deshalb ein Frühindikator, kein Nebenbefund.

Flussmitteltyp und Alter des Rückstands: Wasserlösliche Flussmittel löst das Bad in der Waschstufe an; bei No-clean-Rückständen entscheiden Einwirkzeit und mechanische Energie darüber, ob etwas sitzen bleibt. Ein Rückstand, der über Tage aushärtet, braucht mehr Zeit als ein frischer – das kann der Wartungsplan nicht ausgleichen, das muss über die Programmzeit laufen.

Trocknungsluft: Feuchte Luft aus der Spülzone trifft auf kühle Bauteile und schlägt sich dort nieder. Ein verstopfter Luftfilter oder eine verschlissene Düse im Trocknungsmodul senken die Oberflächentemperatur, ohne dass sich die Anzeige der Trocknungszone ändert.

Bedienpanel einer Reinigungsanlage mit Programmwahl und Messwertanzeige
Programm und Messwerte am Panel: Der Wartungsplan schreibt fest, welcher Wert wann abgelesen und protokolliert wird.

Festes Intervall oder Zustandsprüfung: Vorteile und Nachteile

Beide Wege sind gangbar, und beide haben einen Preis. Die Tabelle stellt sie nebeneinander, einschließlich der Schwäche des auf Datenblattwerten basierenden Ansatzes, den dieser Beitrag beschreibt.

AnsatzVorteileNachteile
Festes IntervallPlanbar, ohne Messtechnik, leicht zu dokumentierenVerursacht Stillstandskosten auch dann, wenn nichts verschlissen ist; ein Schadensfall zwischen zwei Terminen bleibt unentdeckt
Zustandsprüfung über MesswerteEingriff nur bei Abweichung; Verbrauchsmaterial wird nach Bedarf getauschtVerlangt Messstelle, geschultes Personal und ein Protokoll, das auch geführt wird
Prüfgrößen aus dem Datenblatt (CHUANGQI)Sollwerte stehen schon vor dem ersten Waschgang fest und sind am Gerät ablesbarDie Datenblätter nennen keine Intervalle – die Frequenz muss der Betreiber aus Chargenzahl und Wasserhärte ableiten; der Nassbereich ist nur im Stillstand zugänglich

Quelle: eigene Zusammenstellung auf Basis der Datenblätter CQ-C743 und CQ-C9610, Stand 20. Oktober 2026.

Für die meisten Anlagen bietet sich die Kombination an: ein festes Intervall für alles, was ohne Werkzeug zugänglich ist, und eine Messung für Druck, Volumenstrom und Widerstand. Wer beides protokolliert, kann bei einer Reklamation zeigen, welche Werte die Anlage vor und nach dem Vorfall hatte.

Wann der Wartungsplan nicht ausreicht

Nicht geeignet für: Anlagen ohne Messstelle in der Spülleitung und Betriebe, die Reinigungsmittel und VE-Wasser nicht bilanzieren. Dort bleibt jede Prüfung eine Sichtprüfung, und der Plan liefert keine Zahl, an der sich eine Abweichung festmachen lässt. Ebenso wenig ersetzt der Plan die wiederkehrende Innenprüfung des Nassbereichs – Dichtungen, Schweißnähte und Kupplungen sieht man erst bei geöffneter Kammer.

Fünf Fragen klären vorab, ob der Plan zur eigenen Anlage passt:

Mit diesen fünf Angaben steht der Wartungsplan fest, bevor die erste Charge läuft. Senden Sie die Werte für eine Anlage, die zu Ihrem Flussmittel und Ihrer Chargengröße passt, über das Kontaktformular; die Auslegung ist als Kammer- oder Inline-Anlage möglich. Das Service-Team antwortet innerhalb von 24 Stunden mit einer technischen Einordnung.

Wer die Spritzzonen selbst auslegen will, findet die sechs Auslegungsgrößen im Beitrag Spritzreinigung auslegen: sechs Auslegungsgrößen. Was mit dem Spülwasser nach dem Bad geschieht, behandelt der Beitrag Abwasserbehandlung planen. Eine Übersicht der Baureihen steht unter Reinigungsanlagen von CHUANGQI.

Häufige Fragen

Wie oft muss eine Reinigungsanlage gewartet werden?

Ein allgemeingültiges Intervall lässt sich aus dem Datenblatt nicht ableiten, weil dort keine Wartungsfristen stehen. Die Frequenz folgt aus drei Größen: der Zahl der Chargen pro Woche, der Wasserhärte am Standort und der Flussmittelmenge, die je Baugruppe eingetragen wird. Wer diese drei Werte dokumentiert, kann daraus die Frequenz ableiten.

Welche Werte kann ich selbst am Gerät ablesen?

Spritzdruck, Trocknungstemperatur, Volumenstrom, Dosierung und Druckluft lassen sich am Bedienpanel und an den Manometern der Anlage ablesen. Der Widerstand des VE-Wassers braucht ein Messgerät am Zufluss, die Filterpatrone eine Messung der Druckdifferenz. Fünf der sieben Prüfgrößen sind damit ohne zusätzliche Messtechnik prüfbar.

Warum fällt der Spritzdruck, obwohl die Pumpe läuft?

Meist ist die Filterpatrone beladen; seltener sitzt eine Schnellkupplung nicht vollständig. Der beladene Filter zeigt sich an steigender Druckdifferenz, die undichte Kupplung an fallendem Druck bei nahezu unveränderter Differenz. Verschlissene Düsen senken den Druck dagegen kaum – sie verändern das Spritzbild.

Reicht eine Sichtprüfung der Düsen?

Nur als erste Stufe. Eine geweitete Bohrung sieht man von außen nicht, sie zeigt sich im Spritzbild auf einer Pappe. Kleine Abweichungen im Spritzbild erklären Rückstände in Sacklöchern, die bei einer reinen Sichtprüfung der Düsen unentdeckt bleiben.

Über die Autorin

Anne ist Anwendungstechnikerin bei CHUANGQI. Sie betreut EMS- und OEM-Fertiger bei Reinigungsfragen: Analyse von Flussmittel- und Rückstandsbefunden, Auslegung der passenden Anlagenkonfiguration (Inline oder Kammer, Schablone, Düse oder Trockeneis) sowie Begleitung von Ferninbetriebnahme, Abnahmeprüfung und Prozessdokumentation.

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