Zwei Angebote für dieselbe Reinigungsanlage in der SMT-Fertigung lassen sich erst vergleichen, wenn die Bezugsgröße feststeht: 250- oder 450-mm-Nutzen, welche Lücke, welche Charge? Taktzeit lässt sich nachrechnen – aus Fördergeschwindigkeit, Nutzenlänge, Lücke, Chargenfläche und Rüstzeit. Wer diese fünf Größen vor der Anfrage klärt, vergleicht auf eine gemeinsame Grundlage.
Grundlage sind die technischen Datenblätter von CHUANGQI: Das Band der CQ-C9610 läuft mit 0 bis 1.500 mm/min und verarbeitet Werkstücke bis 580 mm (B) × 450 mm (L) × 80 mm (H). Die Kammeranlage CQ-C743 hat einen zweietagigen Korb von 810 × 560 × 100 mm, die Kammeranlage für Vorrichtungen CQ-C756 einen Rundkorb von 1.000 mm Durchmesser bei maximaler Werkstückhöhe von 480 mm. Aus diesen Angaben entsteht die folgende Rechnung; Messwerte liegen nicht vor, alle Zahlen sind Rechenwerte.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Taktzeit und Durchsatz sind zueinander inverse Größen: Sekunden pro Baugruppe und Stück pro Stunde.
- Die CQ-C9610 läuft mit 0 bis 1.500 mm/min; Werkstücke bis 580 × 450 × 80 mm sind zulässig.
- Bei 600 mm/min, 450-mm-Nutzen und 100 mm Lücke sind 65 Baugruppen pro Stunde möglich.
- Bei Kammeranlagen wird in Chargen gerechnet: Stück pro Stunde = Nutzen je Charge × 60 / Zykluszeit in Minuten.
- Die Fördergeschwindigkeit begrenzt die Verweilzeit; Durchsatz ist keine Reinigungsleistung.
Fünf Größen legen den Durchsatz fest – bei 600 mm/min sind 65 Baugruppen pro Stunde möglich
Methode und Reichweite: Gerechnet wird ausschließlich mit den Datenblattwerten der drei genannten Anlagen (Stand: 19. Oktober 2026). Die Formel lautet: Baugruppen pro Stunde = Fördergeschwindigkeit in mm/min × 60 / (Nutzenlänge + Lücke). Die Lücke ist eine Annahme; in der Praxis gibt das Nutzenlayout sie vor – hier 100 mm bei 450-mm-Nutzen und 50 mm bei 250-mm-Nutzen. Eine Messreihe an Kundenbaugruppen ist nicht eingeflossen.
Fördergeschwindigkeit: Sie bestimmt den Zeitabstand zwischen zwei Nutzen und die Verweilzeit in der Wasch-, Spül- und Trocknungszone. Doppelte Geschwindigkeit heißt halbe Verweilzeit – die Ausbringung steigt, die Einwirkzeit sinkt.
Nutzenlänge: Die maximale Werkstücklänge von 450 mm ist die harte Grenze der CQ-C9610. Ein 600-mm-Nutzen lässt sich auf diesem Band nicht führen, unabhängig von der eingestellten Geschwindigkeit.
Lücke zwischen den Nutzen: Sie ist Transportreserve, kein Auslegungsfehler. Bei 600 mm/min sinkt die Ausbringung von 72 auf 65 Baugruppen pro Stunde, wenn die Lücke von 50 auf 100 mm wächst.
Chargenfläche statt Bandlänge: In einer Kammer zählt, wie viele Nutzen in den Korb passen. Der Korb der CQ-C743 misst 810 × 560 mm und ist zweietagig; die Stückzahl pro Stunde ergibt sich erst aus der Zykluszeit, also der Dauer eines Chargendurchlaufs.
Rüstzeit bei Produktwechsel: Jeder Wechsel mit anderem Programm oder anderer Vorrichtung unterbricht den Fluss. Diese Zeit mindert die effektive Ausbringung; in den genannten Datenblättern ist sie nicht angegeben.
Die Tabelle rechnet Bandgeschwindigkeit und Nutzenteilung in Stück pro Stunde um. Sie beschreibt, wie viele Baugruppen über das Band laufen können – nicht, wie sauber sie die Anlage verlassen.
| Fördergeschwindigkeit | Nutzen 450 mm + 100 mm Lücke | Nutzen 250 mm + 50 mm Lücke |
|---|---|---|
| 300 mm/min | 33 Baugruppen pro Stunde · 110 s Taktzeit | 60 Baugruppen pro Stunde · 60 s Taktzeit |
| 600 mm/min | 65 Baugruppen pro Stunde · 55 s Taktzeit | 120 Baugruppen pro Stunde · 30 s Taktzeit |
| 900 mm/min | 98 Baugruppen pro Stunde · 37 s Taktzeit | 180 Baugruppen pro Stunde · 20 s Taktzeit |
| 1.500 mm/min | 164 Baugruppen pro Stunde · 22 s Taktzeit | 300 Baugruppen pro Stunde · 12 s Taktzeit |
Quelle: CHUANGQI-Datenblatt CQ-C9610 (Fördergeschwindigkeit 0–1.500 mm/min, Werkstück max. 580 × 450 × 80 mm), eigene Rechnung, Stand 19. Oktober 2026.
Der Wert von 65 Baugruppen pro Stunde hängt ab von der Fördergeschwindigkeit, der Nutzenlänge, der Lücke, der Beladung (Einzelnutzen oder mehrere Nutzen auf einem Träger) und davon, ob die SMT-Linie diese Stückzahl überhaupt liefert. Bei kürzeren Nutzen steigt die Zahl; größere oder schwerere Träger senken den Durchsatz, weil sie eine längere Nutzenteilung erzwingen.
Die Taktzeit ergibt sich aus dem Kehrwert: 3.600 Sekunden pro Stunde geteilt durch 65 ergibt 55 Sekunden. Verarbeitet werden bestückte Baugruppen bis 80 mm Werkstückhöhe (inklusive Bestückung) sowie Nutzen bis 450 mm Länge und 580 mm Breite (breitere Träger sind nicht zulässig).
Inline, Kammer, Kammer für Vorrichtungen: drei Bauformen, drei Auslegungen
Drei Bauformen, zwei Rechenwege: Inline über Bandgeschwindigkeit und Nutzenteilung, Kammer über Charge und Zykluszeit. Die folgende Übersicht stellt zuerst die Datenblattwerte nebeneinander; die Angabe „k. A.“ bedeutet, dass das Datenblatt zu diesem Punkt keine Angabe macht.
| Kennwert | CQ-C9610 (Inline) | CQ-C743 (Kammer) | CQ-C756 (Vorrichtungen) |
|---|---|---|---|
| Werkstückaufnahme | Band, max. 580 × 450 × 80 mm (B × L × H) | Korb 810 × 560 × 100 mm, zweietagig | Rundkorb 1.000 mm, Werkstückhöhe bis 480 mm |
| Anschlussleistung | ca. 130 kW | ca. 28 kW | max. 27 kW |
| VE-Wasser-Zulauf | 1,0 m³/h | 0,5 m³/h | k. A. |
| Wasserversorgung (Druck) | k. A. | k. A. | 0,1–0,3 MPa |
| Spritzdruck | k. A. | 30–40 psi (rund 2,1–2,8 bar) | 3–6 bar |
| Trocknung | Heißluft in der Linie (Temperatur k. A.) | bis 99 °C | k. A. |
| Baumaße (L × B × H) | 6.560 × 1.760 × 1.660 mm | 1.400 × 1.100 × 1.830 mm | 1.800 × 1.550 × 1.500 mm |
Quelle: CHUANGQI-Anlagendatenblätter CQ-C9610, CQ-C743, CQ-C756, Stand 19. Oktober 2026.
Für die Auswahl zählt nicht die höchste Ausbringung, sondern die Bauform, die zum Fertigungsprofil passt. Die Gegenüberstellung nennt deshalb auch die Grenzen der eigenen Konfiguration:
| Inline-Anlage CQ-C9610 | Kammeranlage CQ-C743 | |
|---|---|---|
| Vorteile | Taktzeit 55 s bei 600 mm/min, Trocknung in derselben Linie, Wasch-, Spül- und Trockenzone in einem Durchlauf | kompakter Aufbau, 28 kW, 0,5 m³/h VE-Wasser, Chargen bis 810 × 560 × 100 mm |
| Grenzen | 6.560 mm Baulänge, 130 kW Anschlussleistung, 1,0 m³/h Zulauf, fester Takt, Auslegung ohne Puffer (eigene Bewertung) | Ausbringung hängt von der Zykluszeit ab; Be- und Entladen unterbrechen den Fluss |
| Nicht geeignet für | Einzelstücke, Reparaturbetrieb, stark wechselnde Losgrößen | Linien, die im Minutentakt Nachschub brauchen |
Quelle: CHUANGQI-Anlagendatenblätter, eigene Auswertung, Stand 19. Oktober 2026.
Grenzen der Anwendbarkeit – und fünf Fragen, die den Durchsatz festlegen
Die Rechnung liefert die Transportkapazität, nicht das Reinigungsergebnis. Verweilzeit (die Zeit, die ein Nutzen in einer Zone bleibt) ist der begrenzende Faktor: Wer schneller fährt, verkürzt die Einwirkzeit in der Waschzone, und die Spülstufe trägt weniger Rückstand aus. Welche Geschwindigkeit für Ihre Baugruppe ausreicht, hängt vom Flussmitteltyp, der Rückstandsart, der Bestückungshöhe und dem Spaltmaß ab; die Bandgeschwindigkeit allein sagt darüber nichts aus.
Nicht geeignet für: Nutzen über 450 mm Länge oder 580 mm Breite, Baugruppen über 80 mm Werkstückhöhe sowie Einzelstückfertigung und Reparaturbetrieb. Für diese Fälle ist eine Kammeranlage die passende Bauform.
Fünf Auslegungsfragen legen den Durchsatz fest, bevor ein Angebot erstellt wird:
- Wie lang und wie breit ist Ihr größter Nutzen, und wie viele Nutzen sitzen auf einem Träger?
- Welchen Abstand geben Nutzenlayout und Bandführung zwischen zwei Nutzen vor?
- Wie viele Baugruppen liefert Ihre SMT-Linie pro Stunde tatsächlich?
- Wie viele Produktwechsel fahren Sie pro Schicht, und wie lange dauert das Rüsten?
- Welche Verweilzeit braucht Ihr Flussmittel in der Waschzone, damit die Spülstufe den Rest austrägt?
Mit diesen fünf Angaben lässt sich der Durchsatz vorrechnen, bevor eine Maschine konfiguriert wird. Senden Sie Nutzenmaße, Stückzahl pro Schicht und Flussmitteltyp über das Angebotsformular für die Inline-Reinigung. Das Angebot erhalten Sie innerhalb von 24 Stunden.
Wie die Spritzreinigung selbst ausgelegt wird, steht im Beitrag Spritzreinigung auslegen: sechs Auslegungsgrößen; wann eine Kammeranlage die passende Bauform ist, im Beitrag Durchlauf- oder Kammerreinigungsanlage.
Häufige Fragen
Wie hängen Taktzeit und Zykluszeit zusammen?
Die Taktzeit ist der Zeitabstand zwischen zwei Baugruppen am Linienende, die Zykluszeit die Dauer eines Chargendurchlaufs in der Kammer – Waschen, Spülen und Trocknen eingerechnet. Bei einer Inline-Anlage ist die Durchlaufzeit durch die Anlage ein Vielfaches der Taktzeit, weil ein Nutzen die Zonen nacheinander durchläuft und die Anlage dafür ein Vielfaches einer Nutzenteilung lang ist.
Wie viele Baugruppen schafft die CQ-C9610 pro Stunde?
Das folgt aus der Fördergeschwindigkeit und dem Platzbedarf je Nutzen. Bei 600 mm/min, 450-mm-Nutzen und 100 mm Lücke sind es rechnerisch 65 pro Stunde, bei 900 mm/min und 250-mm-Nutzen 180 pro Stunde. Beide Werte beschreiben den Transport, nicht die zugesagte Reinigungsleistung.
Reicht die Fördergeschwindigkeit als Leistungsangabe im Angebot?
Nein. Ohne Nutzenlänge, Lücke und Verweilzeit sagt sie wenig über den Durchsatz aus. Fordern Sie die drei Angaben zusammen mit der Werkstückgröße an; erst dann lassen sich zwei Angebote überhaupt vergleichen.
Wie rechne ich den Durchsatz einer Kammeranlage?
Baugruppen pro Stunde = Nutzen je Charge × 60 / Zykluszeit in Minuten. Die Nutzen je Charge ergeben sich aus Korbfläche und Nutzengröße, die Zykluszeit aus Erprobung oder Angebot – das Datenblatt nennt sie nicht.