Eine Reinigungsanlage wird bestellt, aufgestellt, angeschlossen – und dann zeigt sich, dass die Zuleitung nicht für die Stromaufnahme der Aufheizphase ausgelegt ist. Der Netzanschluss ist der einzige Punkt einer Bestellung, der sich hinterher nicht mit einem Handgriff korrigieren lässt: Kabelquerschnitt, Absicherung und Potentialausgleich hängen an Werten, die im Datenblatt häufig fehlen. Deshalb gehört die Netzspannung vor die Bestellung und nicht in die Inbetriebnahme.
Die eigene Dokumentation zeigt, wie lückenhaft diese Angabe ist. Von 22 Produktseiten nennen 14 eine Spannung, acht keine. Nur zwei Seiten nennen eine Spannungstoleranz (±10 %), nur zwei die Stromaufnahme (65 A). Die übrigen Angaben stehen ohne Randbedingung da, und ohne Randbedingung lässt sich keine Zuleitung dimensionieren. Erschwerend kommt die Beschriftung hinzu: Derselbe Wert erscheint unter fünf Feldnamen – Power Supply, Power Input, Operating Voltage, Voltage und Machine Power. Auf einer Seite enthält das Feld Machine Power sogar eine Spannung statt einer Leistung. Diese Auszählung (Stand: 3. November 2026) ist der Grund dafür, dass die Prüfliste weiter unten unverzichtbar ist.

Die wichtigsten Erkenntnisse
- Vierzehn von 22 Produktseiten nennen eine Spannung, acht keine.
- Nur zwei Seiten geben eine Toleranz an, nur zwei die Stromaufnahme.
- Derselbe Anschlusswert steht unter fünf verschiedenen Feldnamen.
- 380 V im Datenblatt und 400 V im Netz sind kein Widerspruch – aber eine Frage.
- Ohne Stromaufnahme und Zustand lässt sich keine Zuleitung dimensionieren.
Was 14 Datenblätter zum Netzanschluss nennen
Die folgende Übersicht gibt die Werte so wieder, wie sie in den Spezifikationstabellen stehen – ohne Umrechnung, ohne Ergänzung. Genau darin liegt ihr Nutzen: Zwei Maschinen mit ähnlicher Leistung unterscheiden sich im Anschluss, und dieser Unterschied steht selten in der Zeile, in der man ihn sucht.
| Modell | Spannung, Frequenz | Leistungsangabe |
|---|---|---|
| CQ-C9610 | 380 V / 50 Hz / 65 A | 130 kW („approx.”, Feld Specification) |
| CQ-C743 | 380 V / 50 Hz / 65 A | 28 kW („approx.”, Feld Specification) |
| CQ-C750S | 380 V / 50 Hz | 30 kW |
| CQ-C750 | 380 V / 50 Hz | 30 kW |
| CQ-C740 | 380 V / 50 Hz | 30 kW |
| CQ-C756 | 380 V / 50 Hz, drei Phasen, fünf Adern | 27 kW |
| CQ-C716 | 220 V (±10 %) / 50–60 Hz | 200 W |
| CQ-C700 | 220 V (±10 %) / 50–60 Hz | 200 W |
| CQ-C760 | 220 V / 50 Hz | 0,9 kW |
| CQ-C758 | 220 V / 50 Hz | 1 kW |
| CQ-C753 | 220 V / 50 Hz, andere Spannungen auf Anfrage | keine kW-Angabe |
| CQ-C7310 | 220 V / 50–60 Hz | 0,35 kW |
| CQ-C7320 | 220 V / 50–60 Hz | 0,25 kW |
| CQ-C900 | 220 V / 50–60 Hz | 0,25 kW |
Quelle: Spezifikationstabellen der 22 Produktseiten von chuangqitech.com, Stand 3. November 2026; acht Seiten ohne Spannungsangabe sind hier nicht aufgeführt.
Die Verteilung ist eindeutig: acht Modelle mit 220 V, sechs mit 380 V – und kein einziges mit 230 V oder 400 V. Dazu kommen neun Seiten, die ausschließlich 50 Hz nennen, und fünf mit „50/60 Hz” oder „50–60 Hz”. Bei der Leistung stehen neun Schreibweisen nebeneinander, so wie sie im Datenblatt stehen: 200W, 0.25KW, 0.35KW, 0.9 kW, 1 kW, 27 kW, 30KW sowie zweimal die weiche Angabe „approx.” (28 kW und 130 kW) im Feld Specification. Nur eine der vierzehn Seiten mit Spannung nennt gar keine Leistung – und bei ihr steckt die Spannung im Feld Machine Power. Wie hoch die Stromaufnahme tatsächlich ausfällt, hängt ab von der Aufheizleistung, der Pumpenleistung, der Zahl gleichzeitig laufender Verbraucher und der Spannung selbst.
| Feldname | Seiten | Inhalt |
|---|---|---|
| Power Supply | 7 | Spannung, teils mit Frequenz und Strom |
| Power Input | 3 | Spannung, Frequenz |
| Operating Voltage | 2 | Spannung, Frequenz |
| Voltage | 1 | Spannung, Netzform in Worten |
| Machine Power | 1 | Spannung statt Leistung |
Sechs Faktoren, die den Anschlusswert unbrauchbar machen
Ein Wert, der nicht falsch ist, aber nichts aussagt, kostet am Ende mehr als eine fehlende Zeile: Er wird übernommen, und die Korrektur erfolgt beim Anschluss.
Netzform: Einphasig oder dreiphasig, mit oder ohne Neutralleiter – davon hängt ab, ob vier oder fünf Adern gelegt werden. Nur zwei der 14 Seiten benennen die Netzform in Worten: CQ-C756 in der Spannungszeile („drei Phasen, fünf Adern”), CQ-C9610 in einem eigenen Feld Power Requirement („3PH, 5 wires”). Bei den übrigen zwölf bleibt sie eine Annahme des Planers.
Spannung: 220 V und 380 V sind Auslegungswerte der Maschine, 230 V und 400 V sind die in Deutschland, Österreich und der Schweiz üblichen Niederspannungen (DIN EN 60038). Ein Datenblatt mit 380 V beschreibt damit eine Maschine, die an einem 400-V-Netz betrieben wird – der Unterschied beträgt rund 5 %; zulässig ist er nur, wenn die Toleranz mindestens 5 % umfasst.
Frequenz: „50/60 Hz” im Datenblatt heißt nicht, dass die Anlage an beiden Netzen gleich arbeitet. Bei Induktionsmotoren bestimmt die Frequenz die Drehzahl; wer eine Maschine an einem 60-Hz-Netz betreibt, muss wissen, ob Pumpen und Antriebe dafür ausgelegt sind oder über einen Umrichter laufen.
Toleranz: Zwei von 14 Seiten nennen ±10 %, die übrigen zwölf keine. Ohne Toleranz lässt sich nicht beurteilen, ob die 400 V am Aufstellort innerhalb der Auslegung liegen – und damit auch nicht, ob eine Spannungsanpassung nötig wird.
Stromaufnahme: Nur zwei Seiten nennen einen Wert (65 A), und auch diese nur als Zahl ohne Betriebszustand. Für die Zuleitung ist genau dieser Wert entscheidend, nicht die kW-Angabe: Der Querschnitt folgt dem Strom, nicht der Leistung.
Feldname: Fünf Bezeichnungen für dieselbe Größe – Power Supply, Power Input, Operating Voltage, Voltage und Machine Power, wobei das letzte eine Spannung enthält. Ein sechstes Feld, Power Requirement, wiederholt die Angabe auf einer Seite zusätzlich in Worten. Wer Datenblätter nach Feldnamen durchsucht, findet den Anschlusswert auf einem Teil der Seiten nicht – unabhängig davon, ob er dort steht.
Prüfliste: zehn Angaben, die vor der Bestellung schriftlich stehen müssen
Die Liste lässt sich in einem Telefonat abarbeiten. Entscheidend ist nicht, dass die Werte vorliegen, sondern dass sie in der Bestellung stehen – eine mündliche Auskunft hilft dem Elektriker später nicht.
- Netzform: einphasig oder dreiphasig, mit oder ohne Neutralleiter
- Nennspannung der Maschine und zulässige Toleranz
- Nennfrequenz: 50 Hz oder 50/60 Hz
- Stromaufnahme je Phase, mit Angabe des Betriebszustands
- Absicherung: Nennstrom und Charakteristik
- Kabelquerschnitt und Leitungslänge bis zur Verteilung
- Fehlerstromschutz: Typ des RCD, falls gefordert
- Potentialausgleich und Anschlusspunkt
- Anschlussart: fest angeschlossen oder über eine Steckvorrichtung
- Leistungsaufnahme in kW und Verhalten beim Aufheizen
Fünf Rückfragen klären den Rest, und sie lassen sich in einer E-Mail stellen: Liegt die Stromaufnahme als Dauerwert vor oder als Spitzenwert beim Aufheizen? Gilt die Angabe „50/60 Hz” für die Antriebe der Pumpen oder nur für die Steuerung? Welche Netzform setzt die Maschine voraus – mit oder ohne Neutralleiter? Ist die Toleranz geprüft oder aus der Auslegung abgeleitet? Und was ändert sich, wenn am Aufstellort 400 V statt 380 V anliegen?

Wo die Prüfliste endet
Die Gegenüberstellung nennt Vorteile und Nachteile des Vorgehens – einschließlich der Nachteile, die den eigenen Anbieter treffen:
| Punkt | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| Vollständigkeit | Der Anschluss steht vor der Bestellung fest, nicht erst beim Aufstellen | Die Liste prüft nur, was im Datenblatt steht – fehlt eine Angabe, bleibt die Rückfrage |
| Zuleitung | Querschnitt und Absicherung folgen einem belegten Stromwert | Ohne Betriebszustand bleibt auch ein genannter Stromwert eine Näherung |
| Eigene Dokumentation | Die Prüfung deckt die Lücken in der eigenen Spezifikation auf | Auch die 22 CHUANGQI-Produktseiten lassen hier Lücken: acht nennen keine Spannung, zwölf keine Toleranz |
Nicht geeignet für: Umbauten an bestehenden Anlagen, deren Zuleitung bereits dimensioniert ist. Dort entscheidet der Elektroplaner nach der vorhandenen Installation, nicht nach dem Datenblatt. Ebenfalls nicht geeignet: Netze außerhalb Europas, wenn die Mechanik der Anlage nicht dokumentiert ist – eine Spannungsangabe allein sagt nichts über die Auslegung von Motoren und Dichtungen.
Für die Angebotsanfrage genügen sechs Angaben: Bauteilmaß, Bestückungshöhe, Flussmitteltyp, geforderte Stückzahl pro Stunde, Aufstellort mit vorhandener Netzform und die gewünschte Spannung. Diese Angaben nimmt das Kontaktformular für die PCBA-Reinigung auf; innerhalb von 24 Stunden liegt ein Angebot vor. Wie die Inline-Anlage CQ-C9610 angeschlossen wird, steht auf der Produktseite der Inline-PCBA-Reinigungsanlage; welche weiteren Werte die Aufstellplanung braucht, steht im Beitrag Aufstellfläche planen, und alle Modelle sind in der Produktübersicht gelistet.
Warum steht im Datenblatt 380 V und nicht 400 V?
Weil 380 V die Auslegung der Maschine beschreibt und 400 V die Spannung am Netz. In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind 230 V gegen den Neutralleiter und 400 V zwischen zwei Außenleitern bei 50 Hz üblich. Die Differenz liegt bei rund 5 %; ob sie zulässig ist, sagt allein die Toleranz – und die nennen zwölf der 14 Seiten nicht.
Reicht „50/60 Hz” als Angabe?
Für die Steuerung ja, für die Mechanik nicht unbedingt. Bei Induktionsmotoren hängt die Drehzahl von der Frequenz ab; läuft eine Pumpe mit 60 Hz schneller, ändern sich Förderstrom und Druck. Wer die Anlage außerhalb Europas betreibt, sollte deshalb fragen, ob die Antriebe umrichtergeführt sind.
Warum fehlt bei den meisten Seiten die Stromaufnahme?
Weil sie vom Betriebszustand abhängt: Aufheizen, Dauerbetrieb und Spülstufe ziehen unterschiedliche Ströme. Eine Zahl ohne Zustand wäre angreifbar. Für die Zuleitung ist sie dennoch nötig – also mit Zustand erfragen, nicht aus der kW-Angabe ableiten.
Gilt die Prüfliste auch für 60-Hz-Netze?
Die Methode ja, die Werte nein. Die zehn Punkte bleiben gleich; die Spannungs- und Frequenzangaben der Maschine müssen aber für das Zielnetz bestätigt werden. Eine Bestätigung „50/60 Hz” auf der Seite ersetzt diese Rückfrage nicht.