Zwei Angebote für eine Reinigungsanlage lassen sich in einem Tag vergleichen; ob der Anbieter die zugesagte Qualität wiederholen kann, zeigt erst der Blick ins Werk. Ein Lieferantenaudit prüft genau das – in neun Punkten, die Sie bei der Werksbesichtigung selbst nachsehen können. Dieser Beitrag ordnet sie ein und benennt, wann ein Nachweis nichts belegt.
Grundlage sind die eigene Fertigungs- und Ausgangsprüfungsdokumentation von CHUANGQI sowie die Datenblätter der Reinigungsanlagen. Der Beitrag beschreibt, welche Nachweise ein Hersteller vorhalten kann und welche Angaben Sie dafür anfordern; Preise und Lieferbedingungen nennt er nur in dem Rahmen, den das Datenblatt ohnehin ausweist.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Ein Lieferantenaudit prüft neun Punkte – von der eigenen Werkstatt bis zum Prüfprotokoll.
- Fertigungstiefe erkennen Sie an der eigenen Werkstatt, nicht an der Broschüre.
- Die Ausgangsprüfung umfasst einen 72-Stunden-Dauerlauf und eine ionische Testplatte.
- Werksbesichtigung und Werksabnahme sind zwei Termine – nicht einer.
- Ein Audit ohne Messprotokoll liefert Ihrem QM-System keine belastbare Grundlage.
Was ein Lieferantenaudit bei einer Reinigungsanlage klären soll – und was nicht
Vorgehen und Reichweite: Ausgewertet wurden die Fertigungs- und Ausgangsprüfungsunterlagen von CHUANGQI und die Datenblätter der ausgelieferten Reinigungsanlagen. Messreihen an Kundenbaugruppen sind nicht eingeflossen, und Preise werden hier nicht beziffert. Die neun Punkte sind eine Auswahlliste für den Werktermin, keine Normprüfung.
Ein Audit soll eine einzige Frage beantworten: Kann dieser Hersteller das zugesagte Ergebnis Charge für Charge wiederholen? Es soll nicht klären, ob eine bestimmte Reinigungsanlage zu Ihrer Baugruppe passt – das gehört in die Bemusterung. Vier Faktoren entscheiden, wie tief ein Audit gehen muss:
Fertigungstiefe: Ein Hersteller mit eigener Werkstatt für Zuschnitt, Schweißen und Montage kann Auslegung ändern, ohne eine dritte Firma zu beauftragen. Ein reines Handelshaus kann das nicht – die Folge zeigt sich bei Sonderausführungen und beim Ersatzteil.
Prüfumfang je Gerät: Ob die Prüfung an einem Muster oder an jedem Gerät erfolgt, verschiebt das Risiko in Ihrer Halle. Ein Gerät, das beim Aufstellen erstmals unter Druck gesetzt wird, fällt im schlechtesten Moment aus.
Dokumentationstiefe: Ob Sie später ein Prüfprotokoll, ein Materialzeugnis und eine Programmbeschreibung in der Hand halten, entscheidet, wie belastbar Ihre eigene Freigabe ist.
Betreuung nach der Lieferung: Ob Fernwartung, Ersatzteillogistik und Ansprechzeiten zugesagt sind, bestimmt, wie lange ein Stillstand dauert. Diese Angaben hängen ab von der gewählten Servicevereinbarung, von der Ersatzteilbevorratung, von der Zeitzone der Ansprechpartner und davon, ob Ihr Personal vor Ort eingewiesen ist.
Die neun Prüfpunkte einer Werksbesichtigung
Die Tabelle ist so aufgebaut, dass jede Zeile am Werktermin abhakbar ist. Entscheidend ist die letzte Spalte: Sie benennt, wann ein einzelner Nachweis nichts belegt – wer das vorher weiß, stellt die richtige Rückfrage.
| Prüfpunkt | Was Sie im Werk sehen wollen | Welcher Nachweis zählt | Nicht ausreichend, wenn |
|---|---|---|---|
| 1. Eigene Werkstatt | Maschinen für Zuschnitt, Biegen und Schweißen, eigene Montagelinie | Rundgang, Werkstattplan, Angabe der Bearbeitungsschritte im Werk | nur ein endmontierter Hallenbereich gezeigt wird |
| 2. Materialeingang | Prüfung von Blechen, Pumpen, Armaturen bei Ankunft | Eingangsprüfliste, Lieferantenliste der Kernbauteile | die Herkunft der Kernbauteile offen bleibt |
| 3. Prüfmittel | Mess- und Prüfmittel für Druck, Temperatur, Leitfähigkeit | Kalibrierkennzeichnung und Kalibrierscheine | Prüfmittel ohne Kalibrierbezug gezeigt werden |
| 4. Ausgangsprüfung | Zusagen zur Prüfung jedes Geräts | Prüfprotokoll: Dichtheit, Sprühdruck, Trocknung, Dauerlauf | nur eine Musterprüfung erwähnt wird |
| 5. Reinigungsnachweis | Nachweis der Baugruppenreinigung am Gerät | ionische Prüfung über eine definierte Testplatte | kein Nachweis am gelieferten Gerät erfolgt |
| 6. Programmdokumentation | Aufbau und Änderbarkeit der Rezepte | Programmbeschreibung, Umrüstanleitung | Rezepte nur intern veränderbar sind |
| 7. Dokumente zum Gerät | Unterlagen, die mit dem Gerät ausgeliefert werden | Handbuch, Ersatzteilliste, Wartungsplan | Unterlagen nur auf der Website bestehen |
| 8. Referenzen | Nachweis tatsächlicher Lieferungen | Liefernachweis, Bereitschaft für eine Referenzaussage | nur Logos ohne Lieferbezug gezeigt werden |
| 9. Nachlieferung | Zusagen zu Ersatzteilen und Fernwartung | Servicevereinbarung, Ersatzteilbevorratung, Ansprechzeiten | Zusagen nur mündlich bestehen bleiben |
Quelle: CHUANGQI-Prozessdokumentation (Ausgangsprüfung) und Datenblätter der Reinigungsanlagen, Stand Oktober 2026.
Zwei Punkte aus dieser Liste tragen den Termin. Die Ausgangsprüfung ist bei CHUANGQI mehrstufig aufgebaut: Wasser- und Sprühdruckprüfung, Temperaturverteilung in der Trocknung, ein Dauerlauf über 72 Stunden und eine ionische Reinigungsprüfung über eine Testplatte. Ein Dauerlauf über 72 Stunden hängt ab von der Beladung im Korb, von der Zahl der gefahrenen Zyklen, von der eingestellten Reinigungsmitteltemperatur und davon, ob die Anlage während der Prüfung umgerüstet wird. Fertigungstiefe heißt: Forschung, Zuschnitt, Bearbeitung und Montage liegen im eigenen Haus. Das ist im Werk nachweisbar – an der Maschinenausstattung, nicht an einer Zusage.
Worauf Sie achten können, ohne die Anlage zu demontieren: Sind die Prüfmittel gekennzeichnet und kalibriert? Liegt für ein bereits ausgeliefertes Gerät ein Prüfprotokoll vor? Werden die Kernbauteile – Pumpen, Düsen, Steuerung, Filtration – benannt, und woher stammen sie? Ob die Antworten in Ihr QM-System passen, prüfen Sie am besten schriftlich nach dem Termin; mündliche Zusagen tragen Ihre Freigabe nicht.
Unterlagen, die ein Audit standhalten – und was sie kosten
Ihr eigenes QM verlangt Unterlagen, egal ob Ihr Kunde danach fragt. Praktisch relevant sind: Werkszeugnis für die Kernbauteile, Kalibrierscheine für die Prüfmittel, Prüfprotokoll des Dauerlaufs, Nachweis der ionischen Prüfung, Programmbeschreibung, Handbuch und Ersatzteilliste mit Wartungsplan sowie die Servicevereinbarung. Wer diese Liste vor der Bestellung anfordert, verlegt sie nicht in die Zeit nach der Lieferung.
Um die Kosten des Audits ranken sich zwei Irrtümer. Ein Werksbesichtigungstag verursacht Reise- und Personalkosten, erzeugt aber keinen Nutzen außer einem Abgleich von Zusagen und Ist-Zustand. Der Aufwand, der sich rechnet, liegt auf der anderen Seite: ein dokumentierter Prüfumfang ersetzt einen Teil der Eingangsprüfung in Ihrer Halle, und ein belegter Reinigungsnachweis verkürzt die Diskussion mit Ihrem Endkunden. Wer das Audit allein als Kostenposten führt, übersieht diese zwei Posten. Wer es ganz auslässt, trägt das Risiko einer Erstlieferung ohne Beleg – und dieses Risiko ist bei Ihnen, nicht beim Hersteller.
Werksabnahme vor Ort: was am Tag der Abnahme zu tun bleibt
Werksbesichtigung und Werksabnahme sind zwei verschiedene Termine. Die Besichtigung prüft die Fähigkeit des Herstellers, die Abnahme prüft das gelieferte Gerät. Verwechselt man beides, fehlt am Ende der Nachweis am eigenen Gerät.
| Werksbesichtigung | Werksabnahme | |
|---|---|---|
| Zeitpunkt | vor der Bestellung | nach der Fertigung, vor dem Versand |
| Ziel | Fähigkeit des Herstellers einschätzen | das eigene Gerät abnehmen |
| Prüfmittel | Werkstattrundgang, Prüfmittel, Referenzen | Beladungstest, Prüfprogramm, Messprotokoll |
| Ergebnis | Einschätzung und Rückfragenliste | Abnahmeprotokoll mit Messwerten |
| Danach offen | Auslegung, Ausstattung, Serviceumfang | Transport, Aufstellung, Inbetriebnahme |
Quelle: CHUANGQI-Prozessdokumentation, Stand Oktober 2026.
Für die Werksabnahme fordert ein Gerät sein eigenes Gespräch: Bestücken Sie die Anlage mit einer Testcharge Ihrer Baugruppen, verlangen Sie das Prüfprogramm und ein Abnahmeprotokoll mit Messwerten für Sprühdruck, Temperatur und Reinigungsnachweis. Ob Sie vor Ort dabei sein müssen, hängt ab von der Baugruppe, vom Umfang der Sonderausführung, von der Sprache des Protokolls und davon, ob Ihr Endkunde selbst einen Termin verlangt.
Fünf Fragen ordnen den Termin, bevor Sie buchen:
- Prüft der Hersteller eine Testcharge mit Ihren Baugruppen – oder nur eine Standardplatte?
- Steht das Prüfprogramm vorher fest, oder wird es beim Termin festgelegt?
- Sind Kernbauteile und deren Hersteller im Protokoll benannt?
- Wird der Reinigungsnachweis am gelieferten Gerät geführt, nicht nur am Muster?
- Wer übernimmt Aufstellung und Inbetriebnahme – und in welcher Sprache?
Nicht geeignet für: Diese neun Prüfpunkte sind keine Normprüfung und ersetzen kein Qualifikationsverfahren für Ihre Baugruppe. Für Prozesse mit Protokollpflicht gegenüber einem Endkunden führt der Weg über eine Musterreinigung mit Ihren Teilen, nicht allein über den Werktermin. Wer eine sofort verfügbare Anlage für eine dringende Linie braucht, wird mit einem Audit allein nicht fertig: Standardmodelle sind ab Lager lieferbar, Sonderausführungen dagegen laufen in der Fertigung und in der Prüfung – dort verschiebt das Audit den Start, statt ihn zu beschleunigen.
CHUANGQI fertigt im eigenen Haus und prüft jedes Gerät vor dem Versand; Reinigungsanlagen für die Elektronikfertigung sowie Lösungen für die PCBA-Reinigung lassen sich vorab prüfen. Senden Sie uns Ihre Prüfpunkte und die Daten Ihrer Baugruppe über das Angebotsformular für die PCBA-Reinigung; wir beantworten sie im Prüfprotokoll und melden uns innerhalb von 24 Stunden. Wie ein Prozess vor der Serienfreigabe belegt wird, zeigt der Beitrag zur Prozessvalidierung in der Baugruppenreinigung.
Häufige Fragen
Was gehört in eine Lieferantenaudit-Checkliste für Reinigungsanlagen?
Neun Punkte, die sich am Werktermin abhaken lassen: eigene Werkstatt, Materialeingang, Prüfmittel mit Kalibrierbezug, Ausgangsprüfung jedes Geräts, Reinigungsnachweis am Gerät, Programmdokumentation, Dokumente zum Gerät, Referenzen und die Zusagen zur Nachlieferung. Entscheidend ist, dass zu jedem Punkt ein Nachweis vorliegt und nicht nur eine Zusage.
Wie prüfe ich Referenzkunden eines Herstellers in China?
Ein Logo belegt nichts. Verlangen Sie einen Lieferbezug – Modell, Jahr, Anwendungsbereich – und fragen Sie, ob der Hersteller eine Referenzaussage vermittelt. Wo das nicht möglich ist, bleibt der technische Nachweis: Prüfprotokoll der Ausgangsprüfung und ein Reinigungsnachweis am gelieferten Gerät.
Werksbesichtigung oder Werksabnahme – was brauche ich wann?
Beides, zu verschiedenen Zeitpunkten. Die Werksbesichtigung vor der Bestellung klärt die Fähigkeit des Herstellers. Die Werksabnahme nach der Fertigung klärt Ihr konkretes Gerät – mit Beladungstest und Messprotokoll. Wer nur einen Termin plant, lässt entweder die Auslegung oder den Nachweis offen.
Welche Prüfmittel sollte der Hersteller bei der Maschinenabnahme vorhalten?
Messmittel für Sprühdruck, Temperatur und die Leitfähigkeit des Spülwassers, jeweils mit gültigem Kalibrierbezug. Die Werte gehören in ein Abnahmeprotokoll. Fehlt der Kalibrierbezug, lässt sich das Ergebnis später nicht auf einen Maßstab zurückführen.
Wie viele Werksbesuche sind vor der Bestellung üblich?
Ein Besichtigungstermin genügt in der Regel, wenn Prüfmittel, Ausgangsprüfung und Referenzen an einem Tag nachvollziehbar sind. Ein zweiter Termin lohnt sich, wenn eine Sonderausführung im Werk geprüft wird oder Ihr Endkunde einen eigenen Nachweis verlangt.